in Würde altern

Glück

gestern auf dem Kongress der Glücksforscher. Eine Frau spricht mich an, "ah, Sie wohnen in Berlin. Was für eine schöne Stadt". Ich entgegne ihr, dass Berlin seit 10 Jahren an Würde und Stil verliert, weil mehr und mehr easyjettende Touristen auf die Plätze und Grünflächen der Stadt kotzen oder in Horden auf gemieteten Fahrrädern unsere Kinder vom Bürgersteig klingeln (hey AfD, über die beklagt sich nie einer, aber dass die Touristen unsere abendländischen Werte mit den Füssen treten, ist doch unübersehbar! Ich fordere eine Obergrenze!! Touristen sind nicht wie wir, sie sollen an der Grenze abgewiesen werden können. Wir schaffen das nicht mehr!). Wo war ich? Ach so, ich beklagte also den Niedergang der Stadt.

Heute morgen Radio angeschaltet, es lief "Sound of the Suburbs" von den Members. Ich bleibe hier

Was ich so gemacht habe in den letzten Monaten?

Ich war natürlich bei den Libertines.

Joggen mit 50

Ich jogge jetzt. Durch den Park. Es ist gut.

eve ramone joggt

Die Morgenluft ist herrlich. Der Rosengarten ist schön.

joggen im Rosengarten

Ah, der Mick-Jagger-Baum steht auch noch:

Laufen mit 50

 

Danach schnell zu Karstadt Sport, Rennklamotten kaufen. Oh weh, das Angebot ist schrecklich: Überall grell-pinke Plastikfasern, oder schwarze Plastikfasern oder Plastikfasern, die einfach nach Plastikfasern aussehen. Zieht man das zum Joggen an? Und dazu pinke Sneakers?

Ich frage mich, ob ich mir das in meinem Alter antun soll. Schliesslich darf man mit 50 elegant aussehen - auch beim Sport.

Wo sind die schönen Dinge? Gibt es sie noch?

URLAUB

Wir alle müssen mal Urlaub machen. Mit Zug oder Privatjet verreisen. Schlafen. Uns von den Strapazen ausruhen. eve ramone auch.

 

Keith sleeping

In Unwürde altern

Ich erkläre jetzt mal, warum das nicht funktioniert mit dem Fettness im Fettness-Center. Seit meinem Geburtstag war ich sogar schon drei mal dort. Aber ich wollte ja die totale Fettness, also auch mit dem Fahrrad zum Fettness-Center fahren. Doch Radfahren hat was Entwürdigendes. Nicht das Fahren an sich, sondern das Parken des Fahrrads mit zwei Schlössern, die man um Vorder- und Hinterrad wickeln muss, damit man sie dann an einen festen Gegenstand, am besten eine Stange, binden kann. Die doofen Diebe stehlen nämlich sonst alles. Man sollte auch darauf achten, dass die Stange fest verankert ist, sonst stehlen die doofen Diebe die Stange gleich mit.

Das heißt für würdige Menschen wie mich endlose Würdelosigkeit: Es fängt an mit der Suche nach einer geeigneten Stange. Manchmal ist die aber so weit entfernt vom Ziel, dass ich das Ziel besser gleich zu Fuß erreicht hätte. Hat man die Stange gefunden, kämpft man sogleich mit anderen Stange-Suchenden um die paar Zentimeter Stangenplatz für das Schloss. Selbst im heimigen Hinterhof ist das eine Tortur. Man steht mit Pumps, deren Absätze in der nassen Erde versinken, neben einem Fahrradaufbewahrungs-Hort und versucht mit möglichst eleganter Haltung die blöden Schlösser durch das Vorderrad zu ziehen, neben dem jedoch zwei bis 5 andere Vorderräder ineinander verklemmt rumstehen. Es hilft also nichts, man bückt sich, man flucht, die Handtasche rutscht von der Schulter, und das dämliche Schloss ist noch immer nicht angebracht. Ich pfeiffe jetzt auf Sicherheit und parke das Rad freistehend, bringe die Schlösser an und hoffe, dass die doofen Diebe die Autos der Nachbarn knacken statt mein Rad mitzunehmen.

Radterror

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