Zusammen

Seit Jahren fragen mich Freunde, warum ich immer mit Männern, oft auch Ehemännern, in einer Wohnung lebe. Ob ich nicht allein leben könne. Nun, es ist nicht so, dass ich mit 20 mal nachts aufwachte, feststellte, dass ich allein bin und mich vor Geistern ängstige, um am nächsten Morgen eine Kontaktanzeige "Suche Mann zum Schutz - kann nicht allein sein" aufgab. Eher war es so, dass immer jemand da war, und dann war man irgendwann zusammen.

Und dann kam er, der Mann ohne Sinn für Orthographie, und blieb. Mit seinem Kiefernholzregal.  Das Zusammenleben hat jedenfalls Vorteile: Man kann bei brütender Hitze die Wohnung umgestalten, zusammen Kommoden in andere Räume tragen, und dabei oben ohne herumlaufen. Nachteil: Man darf die Wohnung nicht so oft umgestalten, wie man das gern würde.

Konklusion: Das Zusammenleben ist wie das Alleinsein: Manchmal räumt man die Wohnung um, manchmal ist man nackt, manchmal sauer, oft auch zufrieden. Und wenn es richtig gut ist, geht man sich und anderen dabei nicht auf die Nerven!

 

Was mich interessiert, ist, wie es anderen geht: Ist es mit zunehmendem Alter schöner allein? Oder ist das total egal?

Comments

Die Zusammenfassung bringt's! Schön formuliert. - Und doch fällt mir ein Zitat ein, ich meine, es stammt von der Autorin Franziska Gerstenberg: "Das Du macht den Moment einfach schöner." - und das scheint mir schon zuzutreffen. Außerdem gilt natürlich weiterhin, daß man nicht alleine Küssen kann (und solche Sachen).

Ich finde, daß man "mit zunehmendem Alter" alles deutlicher sieht: vor allem sieht man deutlicher, was alles in einem selbst begründet liegt. Und nicht in den Anderen, wie man 'früher' bequemerweise anzunehmen geneigt war. Und die Beziehungsmechaniken kennt man halt besser, was auch schön ist, weil vieles nicht mehr so überraschend daherkommt wie - schon wieder - 'früher'.

Außerdem kann ich ehrlicher sein und direkt sagen, daß ich nicht so gern allein bin. Das bezieht sich aber nicht (nur) auf Beziehung: Tage voller sozialer Interaktion fühlen sich voll und lebendig an. Ein Tag mit dem Netz daheim - kalt. - Interessant fand ich, daß world's famous Pharrel neulich in der FAZ schlicht meinte "Allein sein, macht keinen Spaß."

Stef,

ja Stef, Du hast Recht. In der Arbeit mit Klienten achte ich auch stets auf Selbstverantwortlichkeit, raus aus der Problemorientierung und hin zur Lösung etc. etc.
Auch da war früher alles schöner, notfalls war der Boogie schuld: