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I want a shy guy

Warum schüchterne Männer die tolleren sind, wusste ich schon immer. Wissenschaftlich belegt wird meine Erkenntnis durch Susanne Hakes Buch "Selbstmarketing für Schüchterne". In ihrem Blog beschreibt Susanne, wie schüchterne Frauen und Männer es schaffen, sich dem Terror der Schreihälse und Vordrängler zu widersetzen. Lesen!

 

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Meine Berufung

Aufmerksame Leser von Kommafehler wissen es: Ich bin seit ein paar Jahren auch zertifizierte Herzdame und darf am offenen Herzen operieren (aber nur mit Worten). Mein Ausbilder will mir zum Erfolg verhelfen (warum wollen plötzlich alle um mich herum MEINEN Erfolg? Ich bin doch für IHREN Erfolg zuständig!) und schrieb mir deshalb einen Brief. Der Brief drehte sich vor allem um den Ausbilder (ich, ich, ich, ich), weniger um mich. Aber wer weiß, vielleicht lerne ich ja von ihm. Der Ausbilder schreibt, er schreibe gerade an einem neuen Bestseller über den Erwachsenen in uns. (Ein anderer Herzensausbilder schreibt zeitgleich, wir sollen das Kind in uns suchen. Herrgott, wie soll man sich da noch zurechtfinden?). Bevor der Bestseller fristgerecht in der Bahnhofsbuchhandlung landet, sammelt der Ausbilder im Urlaub noch ein paar Steine und legt die auf seinen Tisch, berichtet er mir und wünscht mir erfolgreiche Potentialentfaltung.

Ich bin sofort raus in den Tiergarten und habe Steine gesammelt. Auf den Tisch gelegt. Weder mein inneres Kind, noch mein innerer Erwachsener meldeten sich. Nur ich: Mir wurde langweilig. Ich las den Brief noch einmal. Ach so, jetzt wird mir klar: Ich soll an einem Aufbaukurs des Ausbilders teilnehmen, um mich 100%ig beruflich und privat entfalten zu können. Der Kurs kostet ein paar Tausend Euro.

Ich habe beschlossen, dass ich unentfaltet bleibe und habe den Brief zur Archivierung an meinen Biographen weitergeleitet.

Umdenk-Forum

Ehemalige Kollegen luden mich per Mail zum Umdenk-Forum ein. Das Programm: Zusammensitzen und gemeinsam lachen, dann Umdenken, dann Zirkel bilden, dann gemeinsam Essen.

Soll ich da hingehen? Schnell das Internet befragt: Umdenk-Foren sind oft gefüllt mit übergewichtigen Frauen, oder Frauen, die sich für übergewichtig halten und abnehmen wollen, aber ihre Gedanken nicht aufs Abnehmen fokussieren, sondern auf Kekse, Gummibärchen etc. Also ab ins Umdenk-Forum und die Gedanken auf Diät konzentrieren. Es gibt Umdenk-Trainer, Umdenk-Fitnesshallen, Umdenk-Seminare.

Aber wieso wollen die Kollegen Mich ins Umdenk-Forum holen? Ich bin doch nicht übergewichtig, und ich esse keine Gummibärchen, Torten etc. Wiederholt befrage ich das geduldige Netz: Aha, wenn man umdenkt, dann kann man auch erfolgreich sein. Offenbar wollen die Kollegen meinen Erfolg. Das ist aber nett. Wurde aber auch Zeit!

Ich brauche eine Freundin

Ich brauche eine Freundin, die alles hat, was ich brauche. Eine, die mir auf 17 Wegen zu mehr Energie und Lebensfreude sagt, wie ich den Traumjob bekomme, wie ich Lust auf Sex habe oder dem Mann Lust auf Sex mache, wie ich meinen Tisch dekoriere und passendes Essen zubereite und draufstelle. Eine, die mir sogar erklärt, warum ich Istrien liebe. Dieses Foto der Lebenshilfe aus der Bahnhofsbuchhandlung schickte mir der Gatte heute morgen. Aber: Ist das überhaupt eine Freundin? Ist das nicht ein Typ? Und warum befindet sich auf seiner Stirm ein Illuminatendreieck?

 
 
 
 

Leerer Kopf

Ich finde ja, dass alle Menschen Ratgeber schreiben sollten. Und die Menschen, die heute Ratgeber schreiben, sollten per Gesetz gezwungen werden, all die neuen Ratgeber zu lesen. Man könnte aber auch Gegenratgeber schreiben. Also neulich z.B. las ich den Titel "Der Weg zum Erfolgsteam", konsequenterweise sollte das Gegenbuch "Der Weg zum Misserfolgseinzelgänger" lauten.

Das nur mal so als Idee eingeschoben.

Letzte Woche war ich in einem großen Logistikkonzern in Frankfurt. Ach was, mir wurde Audienz gewährt. Ich durfte erzählen, was ich kann. Die durften entscheiden, ob ich das, was ich erzähle, wirklich kann. Am Ende glaubte ich meinen eigenen Worten nicht mehr. Ach ist das langweilig.  Ich spüre den Überdruss. Ich spüre aber auch das Bedürfnis, Geld zu verdienen. (Mein Traum: Popstars in der Pinguinbar beraten)

Gestern dann aus einem gewissen Nichtigkeitsgefühl heraus ein paar Gin & Tonics und noch ein paar Gläser irgendwas getrunken. Der Barbesitzer, im Privatleben mein Nachbar, beäugte mich kritisch. Ich dagegen war unkritisch. Das Gespräch mit dem Tischnachbarn drehte sich um Erfolg. Mein Spezialgebiet. Ich referierte bis 1 Uhr morgens über Erfolgsausweichmöglichkeiten.

Heute ging dann gar nichts, ausser stundenlang auf dem Smartphone Fotos von Graham Coxon  ansehen.

Ist das jetzt die Menopause?

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